Der Jahreskreis

4 Mond- und 4 Sonnenfeste

Hier kannst du etwas über den Sinn dieser Feste lesen.
 Die 8 Jahreskreisfeste teilen sich in Mond- und Sonnenfeste auf. Der Jahreskreis beschreibt keine lineare, sondern eine zirkulare Rhythmik. Alles verläuft in Zyklen, wir werden geboren, wir leben und wir sterben und gehen zurück in Mutter Erde, woraus wir wiederkehren.
 In etwa alle 6 Wochen feiern wir eines der acht Feste, die in vielen Kulturen tief verwurzelt sind.

Imbolc - Mondfest

Lichtmess, Fest der Brigid, 01./02. Februar
Winter vertreiben, die Visionen keimen, Neubeginn

Wir feiern Imbolc auch gern zum zunehmenden Februarmond. Die keltische Vegetationsgöttin Brigid erschien als helle, im Lichterglanz erscheinende Jungfrau. In der germanischen Mythologie steht sie auch für die Birke, die reinigende, ausleitende Kräfte innehat. Und so steht dieses Fest unter dem Zeichen der Reinigung. Aber ebenso dem heranwachsenden Licht, der Keimung im Bauch der Erde.
In christlicher Hinsicht wird heute das Lichtfest, Maria Lichtmess gefeiert.

Ostara- Sonnenfest

Frühlings- Tagundnachtgleiche 21.3.
Sichtbares Wachstum, aktiv und kreativ werden

Ostara markiert die Frühlings-Tagundnachtgleiche, ein Fest des Neubeginns und der Balance in der Natur. In dieser Zeit suchten die Frauen und Kräuterheilkundigen die ersten grünen Kräuter und kochten eine Kultspeise " die grüne Neune". 
Eine Kräutersuppe mit vitaminreichem Giersch, Brennnessel, Scharbockskraut...
um die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben.
Die germanische Göttin Ostara stand für den Neubeginn, für eine frühlingshafte Fruchtbarkeit. Die Aspekte Wachstum und Fülle werden nun auf der Erde sichtbar. Einige Vegetationsbräuche sind bis heute erhalten geblieben, wie z.b. die Gründonnerstagssuppe

Beltaine - Mondfest

Maifeiertag, Baldurblot, Walpurgisnacht
30.4./1.5. 
Sinnlichkeit, Vereinigung, Lebensfreude 

Das keltische Beltaine ist ein Wonne- und Fruchtbarkeitsfest. 
Der Name Beltaine steht für das Fest des Lebens in seiner vollen Blüte. Hier vereinigen sich die Vegetationsgöttin und der Sonnengot Bel. Alles sprießt und gedeiht.
Freyas Bettstroh (nach der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin), später in Marias Bettstroh umbenannt, enthielt allerlei aphrodisierende Kräuter zur Unterstützung der Liebe. 
Man feierte ausgelassen und voller Freude die Sommerkräfte, die mit Beltaine begannen.

Litha - Sonnenfest

Sommersonnenwende, Johanni
21.6.
Wendepunkt, Mütterlichkeit, Kraft der Sonne,

Die Sommersonnenwende ist der Höhepunkt der Herrschaft des Sonnengottes Bel/Baldur.
Damit ist der Höchststand der Sonne erreicht.
Die Tage werden nun wieder kürzer.
Nun sind die Mitsommerblüher besonders heilkräftig, wie Schafgarbe, Holunder und Johanniskraut.
Das heidnische Mittsommerfest war mit der Wintersonnenwende das wichtigste Jahreskreisfest.

Lughnasad -Mondfest  

Augustvollmond, Maria Himmelfahrt, Schnitterfest Lammas
01./02.8.
Ernte, Entscheidungen treffen, Grenzen ziehen,

Das Schnitterfest ist ein Fest der Fülle, die Zeit des Überflusses und der Ernte. Es fand 40 Tage nach der Sonnenwende statt und war insbesondere auch für die heilkundigen Frauen wichtig, die ihre Pflanzen und Kräuter einbrachten und verarbeiteten.
Auch wurden heil- und symbolträchtige Kräuterbuschen gebunden

Mabon - Sonnenfest

Herbstäquinoktium, Erntedankfest
Herbst-Tag und Nachtgleiche,
21.9.
Dankbarkeit, Sättigung, Reichtum teilen,
Die Erntezeit schreitet fort und neigt sich dem Ende zu. Die Gaben der Natur werden zur Schau gestellt, geweiht und Dankbarkeit wird mit Zeremonien und Bräuchen zum Ausdruck gebracht. Immer sichtbarer wird das Sterben der Natur und das Zurückziehen der Kräfte in den Bauch der Erde. In unserer sichtbaren Welt erscheint uns das Sterben als unumkehrbarer Tod. Aber jeder Tod ist eine Geburt in die Anderswelt. Das Neue ist im Alten enthalten. Wenn die Blätter von den Bäumen fallen, so sind die Knospen für das nächste Jahr bereits angelegt.


Samhain - Mondfest

Allerheiligen, Allerseelen, Halloween
31.10./01.11.
Abschied nehmen, Ahnenlinie, Trauern, loslassen

Nun beginnt die große Zeit des Rückzugs und der Innenschau. Die Erde zieht sich in ihr Innerstes zurück. Unser äußerer Blick kann sich entspannen und die dunklen Erdtöne regen unsere Seele an, nach innen zu gehen, und dort unser ganzes Farbspektrum zu beleuchten. Es ist die Zeit des Kontaktes mit den Toten und Geistern der Zwischenwelten.

Jule - Sonnenfest

Wintersonnenwende, Weihnachten
21.12.
Innenschau halten, der Dunkelheit begegnen
Bei unseren Vorfahren war dies das wichtigste Fest des Jahres.

In dieser Nacht, der dunkelsten und längsten des Jahres wird nun der Sonnengott tief im Schoß der Erde wiedergeboren. Es gab somit Hoffnung auf ein neues Jahr mit Wachstum und Erntefülle. Es ist sowohl eine Zeit des Neubeginns, als auch der Stille und Besinnung auf sich selbst und seine Lieben.